Über das Verhältnis von Populärer Kultur und Bildung

Kultur und Bildung hängen zusammen. Dies wird in Schulen, Universitäten, aber auch in freien Bildungsinstitutionen als gesichert vorausgesetzt. „Kultur“ wird in diesem Zusammenhang unwillkürlich gedacht als Literatur, Theater, E-Musik und Bildende Kunst, populäre Kultur hingegen bleibt – zunächst – außen vor. Die Frage, wie weit und wie „populär“ der Kulturbegriff im Zusammenhang mit Bildung gedacht sein soll, wird keineswegs einhellig beantwortet – auch wenn der eine oder andere abwinkt und darauf verweist, dass Popmusik und Film doch längst zu universitärer Lehre, zum schulischen Curriculum und zum Allgemeinwissen zählen. In der Tat sind in den Musikschulen die E-Gitarren oder in den Schulen die Film-AGs keine Exoten mehr.

Dass gerade Jugendlichen die (aktuelle) Populäre Kultur näher steht als die E-Kultur, dem wird längst Rechnung getragen. Aber wird Populäre Kultur damit auch als Bildung wahrgenommen? Oder wird sie pädagogisch lediglich als ein „Übergangsstadium“, als Einstieg für die Hinführung zur „echten“ Kultur genutzt? Und mit welchen ästhetischen und theoretischen Konzepten wird das Populäre jeweils verknüpft?

Konzert

Die interdisziplinäre Arbeitstagung will Forscherinnen und Forscher verschiedener Disziplinen, Kulturvermittler und –vermittlerinnen und alle am Thema Interessierten ins Gespräch über „Populäre Kultur und Bildung“ bringen.

Die Arbeitstagung fragt in ihrem ersten Teil nach Ansätzen, populäre Kultur und Bildung in Forschung und Vermittlungspraxis zusammenzudenken. Wann lässt sich die Teilhabe an populärer Kultur als Bildung beschreiben? Welche Konsequenzen hat das für pädagogische und didaktische Konzepte? Was lässt sich daraus für die Vermittlung gewinnen? Welche Konzepte und Erfahrungen liegen in den verschiedenen Disziplinen dazu vor – in Musik, Film, Theater u.a.?

Der zweite Teil der Tagung wendet sich den kulturellen und pädagogischen Arbeitsfeldern zu: Ist populäre Kultur hier wirklich als selbstverständlich angekommen? Welche Bedeutung hat sie für die pädagogische Arbeit? Welchen Stellenwert besitzt sie in einer kultur- und bildungspolitischen Debatte?